EPA Heilgeschichten *

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Dies ist der Blog des Instituts für epa - emotionale prozess arbeit. Hier dokumentieren wir epa - Arbeiten zu verschiedensten Themen.

Offizielle Website: www.epa-berlin.de

epa - emotionale prozess arbeit - ist eine Methode, mit der eigenen inneren (Gefühls-) Welt in Kontakt zu treten und zu kommunizieren und damit jede Art von Problem, Krankheit oder Themenstellung zu heilen.

Sie sind eingeladen!

Sie haben schon einmal eine epa Arbeit erlebt, die Sie schriftlich festhalten und mit anderen teilen möchten? Gern veröffentlichen wir Ihren Beitrag. Bitte wenden Sie sich an uns.


Themed by Monique Tendencia.

Überforderung, Drang nach Perfektionismus, Tränenausbrüche

von Gabriele Kosche-Nombamba

Methode: epa-Begleitung 

Ich habe Helen – so möchte ich sie hier nennen – schon einige Male begleitet.

Ausgangspunkt für die epa-begleitung sind die Überforderung von Helen, ihre ruhelose Geschäftigkeit, ihr Perfektionismus und unvermittelten Tränenausbrüche. Sie ist deshalb schon einige Zeit krank geschrieben, da sie ihrer Arbeit, die sie bisher sehr erfolgreich gestaltet hat, nicht mehr nachkommen kann. Ihr Körper zeigt Schwächeanfälle.

Nach unserer Bitte um höhere Unterstützung empfindet Helen einen Kloß im Hals und gleichzeitig bläht sich ihr Bauch auf und drückt.

Helen fragt mich, ob ich etwas wahrnehme. Wir haben vereinbart, dass ich ihr auch meine Bilder und Gefühle mitteile, wenn sie nicht weiter kommt, und sie prüft dann, ob sie auf Resonanz bei ihr stoßen.

Mir zeigt sich ihre Schilddrüse, in der ich einen in goldenes Papier eingewickelten Taler wahrnehme, wie ihn Kinder als Süßigkeit erhalten. Dieser Taler verschließ ein Loch in ihrer Schilddrüse. Helen dankt ihm dafür. Wir bitten um höhere Unterstützung für die Reinigung und das Füllen des Loches mit neuen Zellen, damit der Taler seine Aufgabe beenden und nach draußen transportiert werden kann, so wie er es wünscht. Ihrer Schilddrüse geht es jetzt gut.

Nun wird der Druck im Bauch stärker. Als Helen ihre Aufmerksamkeit auf ihn richtet, nimmt sie wahr, dass dort eine Schlange sitzt. Sie hat Angst vor ihr. Ich weise darauf hin, dass sie ganz sicher hier auf der Liege liegt und ihr nichts geschehen könne. Die Schlange ist ein Symbol und möchte von ihr gesehen werden. Danach wird sie uns zeigen, was sie braucht, und eine Transformation kann stattfinden.

Helen begrüßt sie und erkennt, dass die Schlange ein Teil von ihr ist, den sie bisher nicht wahr genommen hat. Die Schlange erlaubt ihr sie zu streicheln, und es gefällt ihr sehr. Helen wird ganz ruhig und ist glücklich, diesen Teil von sich aufgenommen zu haben. Beide gehen ineinander auf.

Oft zeigen sich in Begleitungen viele Bilder und Symbole, die gesehen werden wollen, bevor man auf das im Erleben zur Zeit wesentlichste Ereignis stößt. Jetzt zeigt sich ein weiterer Druck im Magen, er bläht sich auf. Helens Tränen beginnen leise zu fließen. Sie sagt: da will was im Hals hoch krabbeln. Ich schlage ihr vor zu fragen, wer denn da hoch krabbeln will. Angeregt durch diese Frage erkennt sie, dass es sie selbst als Baby ist, dass herum krabbelt und von der Mutter wahrgenommen werden möchte. Die Mutter sieht sie jedoch nicht. Das Kleine ist traurig.

Wir arbeiten mit ihr und der Mutter. Jetzt nimmt Helen eine Scheune wahr, in der sich Frauen versteckt haben – vor den Soldaten nach dem Krieg. Diese finden die Frauen jedoch und bedienen sich ihrer.

Sie sagt den Frauen in ihrem Bild, dass sie keine Schuld trifft für das, was sie erleiden, sie seien ehrbare Frauen. Die Frauen brauchen, dass sie angenommen und nicht verachtet werden. Und ihre Kinder, die aus dem Missbrauch entstehen, dürfen von ihnen geliebt werden.

Erst danach kann Helens Mutter sie als Baby wahr nehmen und liebkosen. Oft müssen erst Themen der Ahnen bearbeitet werden, bevor die Klientin von ihren Symptomen geheilt werden kann.

Dem Baby geht es jetzt gut und der Druck in Helens Bauch ist verschwunden.


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Adoptivkind, Adoptiv- und leibliche Mutter

von Christine Schulze, Gabriele Kosche Nombamba, Franziska Haacke, Tessa Griese 

Methode: epa Aufstellung

Vorinformation: Ein Mädchen, nennen wie es hier Kati,  ist 17 Jahre alt und adoptiert, worüber sie Bescheid weiß. Sie hat Schulprobleme (kurz vor dem Abitur geht sie nicht mehr zur Schule), reagiert heftig und aggressiv auf ihre Adoptivmutter, schmeißt mit Gegenständen, gleitet in schlechte Gesellschaft ab, und macht, was sie will. Die Adoptivmutter ist ratlos. Zur leiblichen Mutter besteht weder durch die Adoptiveltern, noch die Tochter Kontakt

Es wird eine epa-Aufstellung zu der Thematik gemacht. Die Adoptivmutter und die Tochter sind beide anwesend und beobachten das Geschehen.  Aufgestellt werden die Tochter, die Adoptiv- und die leibliche Mutter, d.h. aus dem Raum der Zuschauer, werden Stellvertreter für die Positionen gewählt. 

Geleitet wird die Aufstellung von Christine Schulze.

Im Folgenden finden Sie eine Kurzform der Aufstellung. Zwischen einzelnen Schritten liegen teilweise Prozesse, die durchgemacht wurden, bevor eine Person etwas Bestimmtes aussprechen oder fühlen konnte – diese sind hier nicht detailliert beschrieben.

Nachdem alle Stellvertreter im Raum aufgestellt sind und sich in ihre Rollen hinein gefühlt haben, befragt die Aufstellungsleiterin jeden einzeln nach seinem Befinden und ob er/sie eine Verbindung zu irgendeinem weiteren im Raum aufgestellten Element empfindet.

Die Adoptivmutter fühlt sich rat- und hilflos und allein gelassen. Ihr wachsen die Probleme mit der Tochter über den Kopf und sie hat gleichzeitig das Gefühl, keine „gute“ oder vielmehr keine „richtige“ Mutter zu sein, denn eine „richtige echte“ Mutter müsste doch wissen was zu tun ist.

Die leibliche Mutter schaut weg, möchte von dem Vorgehen und den Problematiken nichts wissen und fühlt sich unbeteiligt. Sie steht weit entfernt.

Die Tochter fühlt sich ebenfalls völlig allein gelassen. Sie nimmt die leibliche Mutter wie durch einen Schleier, sehr weit entfernt wahr und empfindet große Wut. Sie weiß selbst jedoch nicht genau, warum und auf wen eigentlich. Sie versteht nicht, warum die leibliche Mutter sie nicht ansehen kann und ergreift das Wort:

Tochter: „Ich bin die Jüngste hier und muss das Wort ergreifen? Ich muss hier alles klären?“

Es findet ein Prozess mit der leiblichen Mutter statt. Nach diesem Prozess, in dem es um sie selbst ging, kann sie sagen:

Leibliche Muter: „Ich will nichts mit Dir zu tun haben“.

Als dies ganz klar und ohne Verschönerung oder Entschuldigung ausgesprochen wird,  fühlt die Tochter, was sie eigentlich so wütend macht und wo ihre Wut hingehört: „Das macht mich wütend! Und weil Du aber nicht da bist, weil Du völlig unerreichbar bist, kriegt die Adoptivmutter alles ab!“

Es findet ein Prozess mit der Adoptivmutter statt, in dem sie erkennt, dass sie wie eine Zielscheibe für die Wut der Tochter, jedoch nicht der richtige Adressat ist.

Adotivmutter: „Ich möchte Dich als Tochter nehmen, aber weiß nicht wie es geht. Ich hätte mir gewünscht, dass Du aus meinem Bauch kommst.  Ich bin keine richtige Mutter. Ich hatte Sehnsucht nach einer Tochter. Ich wollte, dass jemand für mich da ist. Das hast Du nicht erfüllt“.

Nun geschieht etwas mit der Tochter. Sie wendet sich an die Aufstellungsleiterin: „Ich merke, ich bin auch auf meine Adoptivmutter wütend. Das sind doch ihre Probleme. Ich kann doch nicht dafür da sein, ihre Sehnsüchte zu befrieden. Wieso soll ICH  da was klären? Ich will eine Mutter haben!“

Adoptivmutter: „Ich bin doch die soziale Mutter  - aber wir haben keine Nabelschnur“.

Leibliche Mutter (die immer noch weg schaut): „Ich bin weit weg, aber höre dennoch, was hier vor sich geht. Ich höre die beiden gerne streiten. Wie auf einer Bühne befriedigen die was in mir. Ich empfinde, ich habe Macht über die Adoptivmutter. Sie muss stellvertretend meine Konflikte lösen. Das gefällt mir. Hier dreht sich eigentlich alles um mich – aber keiner merkt es“.

Die Adoptivmutter bekommt Wut auf die leibliche Mutter, die sie „Rabenmutter“ nennt. Dabei bemerkt sie, dass ihr diese Gefühle bekannt vorkommen. Auch sie selbst hatte eine „Rabenmutter“ gehabt, eine Mutter, die zwar da war, sich aber kaum um sie gekümmert hatte.

Die Tochter hat sich zwischenzeitlich auf den Boden gesetzt und ist nicht mehr wütend, sondern bedrückt: „Ich wäre gerne aus dem Leib meiner Adoptivmutter gekommen. Ich muss Mutter für sie sein. Die Rollen sind irgendwie gewechselt. Ich schaffe das nicht!“

Adoptivmutter: „Das ist nicht nur meine Schuld. Du hast mich nie wirklich als Mutter akzeptiert. Vielleicht hätte ich dir nicht sagen sollen, dass du adoptiert bist? Wenn du mich als Mutter nicht wahr nimmst, dann nimm mich doch als Tochter!“

Leibliche Mutter zu Tochter: „Jedes Kind hat eine Mutter. Stell Dich nicht so an“.  Zu Adoptivmutter: „Du bist halt nicht fruchtbar“.

Dies trifft die Adoptivmutter an einem sehr wunden Punkt. Sie ist bestürzt, sauer.  Adoptivmutter: „Stimmt“. Sie kann nicht mehr aufrecht stehen und setzt sich auf den Boden, den Kopf zwischen den Knien.

Tochter: „Wenn meine leibliche Mutter Dich angreift, fühle ich, dass ich dich verteidigen muss. Ich sehe, dass du dich nicht selbst verteidigen kannst.  Ich bin wie ein Spielball zwischen zwei Parteien. Eigentlich möchte ich doch nur eine Mutter. Ich weiss nicht, was ich tun soll, was richtig ist“

Die Aufstellungsleiterin nimmt das Kind aus dem Geschehen heraus: „Setz Dich zurück, das müssen die Erwachsenen klären.“   Das Kind ist erleichtert und setzt sich an die Seite.

Nun stehen sich die beiden Mütter gegenüber. 

Es findet eine längere Unterhaltung zwischen den beiden Müttern statt. Angesprochen werden dabei die Entscheidungen beider Mütter, ein Kind anzunehmen bzw. ein Kind wegzugeben.    

Adoptivmutter: „Ich nehme die Mutterrolle sehr ernst, denn ich habe mich dafür entschieden. Als Kati kleiner war, hatte ich eine bessere Beziehung zu ihr. Erst mit dem Auftreten dieser Probleme bin ich verunsichert und denke „Bin ich die Richtige? Bin ich überhaupt eine richtige Mutter?“

Die leibliche Mutter ist nicht verbunden mit dem Grund, warum sie das Kind weggegeben hat. Sie fühlt eigentlich nichts, nur das dicker werden des Bauches. Leibliche Mutter: „Ich bin nur verbunden mit dem Schwangersein und dann plopp, kommt das Kind raus. Dann ist es aus. Dann bin ich wieder schwanger, dann plopp, und schon ist es wieder draußen,  ab da ist kein Gefühl. Auch bei dem Weggegeben fühle ich gar nichts. Das ist wie etwas Fremdes für mich. Ich habe damit gar nichts zu tun innerlich“.

Leiterin zu Leiblicher Mutter: „Hast Du denn eine Beziehung zu Deiner Mutter?“

Leibliche Mutter: „Ja, aber keine positive. Ich bin ein missratenes Kind. Ich hatte gutes Elternhaus und bin dann mit 17 Jahren von zu Hause weggegangen. Ich will nicht zu Gefühlen gefragt werden. Ich habe die Zeit ausgeblendet (wo das Kind kam und die Weggabe) und nachher ging die Zeit einfach weiter“.

Die Tochter, die die Zeit über am Rande gesessen hat, steht auf und tritt wieder in´s Geschehen:

Tochter: „Ich weiss jetzt, warum ich mich immer so fühle, als wenn ich keine feste Basis in mir habe. Ich glaube, dass an mir was falsch ist. Das muss ja so sein, wenn meine Mutter mich abgegeben hat. Ich denke, ich bin nichts wert.

Zu der Adoptivmutter: „Auch bei dir ist es so. Denn wenn ich anders wäre, könntest du ja vielleicht auch eine gute Mutter sein. Ich wechsle ständig zwischen Wut, die sich nach außen richtet und Selbsthass“.

Nun kommt die leibliche Mutter zum ersten Mal mit ihren Gefühlen in Kontakt. Sie sitzt am Boden und kann nicht sprechen. Sie schaut weg und sagt zu der Aufstellungsleiterin: „Ich bin wie eine Leihmutter für die Adoptivmutter.“

Adoptivmutter: „Nein. Ich hätte gerne ein Kind, dessen Eltern gestorben wären“. Zur leiblichen Mutter: „Wie kann man nur ein Kind aussetzen? Ich verstehe das nicht!“ 

Die leibliche Mutter steht zur Wand und redet nicht. Tränen laufen ihr über die Wangen. Sie sagt (zur Wand): „Siehst du. Das passiert immer, wenn Gefühle da sind. Ich will nicht mehr fühlen“.

Aufstellungsleiterin zur Adoptivmutter: „Kannst Du mal die leibliche Mutter als Mutter wert schätzen?“

Adoptivmutter: „Nein, das geht nicht. So was ist doch keine Mutter!“

Es folgt ein Prozess, in dem sich die Adoptivmutter mit ihrem eigenen Schmerz unfruchtbar zu sein und keine Kinder bekommen zu können, auseinander setzt. Während dieses Prozesses, kommt die Tochter immer näher (an die Adoptivmutter), wächst ganz groß und beginnt zu lächeln und zu strahlen.

Tochter: „Jetzt verstehe ich mein Problem. Meine Adoptivmutter respektiert nicht, wo ich herkomme. Aber das ist meine Herkunft, ein Teil von mir. Deswegen respektiert sie auch mich nicht gänzlich!“

Die leibliche Mutter (die sich mittlerweile mit dem Rücken an die Wand gesetzt und den schmerzhaften Prozess der Adoptivmutter mitverfolgt hat): „Ich sehe, das du auch Schmerzen hast. Ja, jetzt kann ich es sagen. Ich auch. Ich brauche Anerkennung. Ich wünsche mir so sehr, dass Du (Adoptivmutter) mich wert schätzt“.

Adoptivmutter (in Tränen aufgelöst, verzweifelt): „Aber ich will es selbst spüren, wie das ist, ein Kind zu gebären“. Wendet sich an die Aufstellungsleiterin: „Ich spüre diesen Neid auf die leibliche Mutter, diesen Groll - die darf es spüren und schätzt es nicht!“

Leibliche Mutter (steht auf und geht auf die Adoptivmutter zu): „Aber du kannst sie doch jeden Tag neu gebären. Im Herzen neu gebären. Annehmen – Loslassen,  Annehmen  - Loslassen! Du hast sie doch, sie ist bei Dir“.

Dieser Satz bringt einen großen Wendepunkt, er ist wie eine Erleuchtung für die Adoptivmutter.

Adoptivmutter: “Du hast recht. Ich kann sie jeden Tag neu gebären. Ich hab sie ja jeden Tag bei mir! Ich kann loslassen – und wieder annehmen. Immer wieder neu! Jetzt kann ich Danke sagen“.

Bedankt sich bei der leiblichen Mutter, wertschätzt und würdigt sie als Mutter.

Leibliche Mutter (weint): „Ich habe sie nicht richtig losgelassen. Mich nicht verabschiedet. Und jetzt ist es zu spät. Sie ist fort“.

Adoptivmutter: „Ich habe oft das Gefühl, ich habe etwas nicht richtig gemacht, darüber vergesse ich meine Tochter. Ich bin dann so sehr bei mir selbst und meinen Idealen einer Mutter und meinen Schuldgefühlen“. (Zu Kind) „Tut mir leid“.

Tochter: „Nein, das brauche ich nicht. Ich brauche keine Entschuldigungen. Ich bin hier hergekommen, um aufzuräumen. Ich kann die beiden so nehmen, wie sie gerade sind: die eine hat mich geboren, die andere mich aufgezogen. Wenn sie wie jetzt ehrlich und achtvoll miteinander reden, kann ich einfach ich sein“.

Leibliche Mutter: „Ich sehe für mich, ich habe da etwas  falsch gemacht. Ich habe dieses Weggeben einfach ausgeblendet, ich wollte, dass es schnell vorbei ist, wusste doch nicht, wie ich es anders hätte machen können. Ich habe mein Kind nicht in den Arm genommen. Ich hätte das Kind gerne von meinem Arm in Deinen gelegt, es Dir persönlich übergeben“.

Es folgt ein Prozess, in welchem die leibliche Mutter ihre Tochter empfängt, gebärt und in ihrem Arm und der Welt willkommen heißt.  Ihr erklärt, dass sie wundervoll ist. Und sie dann der Adoptivmutter übergibt:

Leibliche Mutter: „Das ist meine kleine Pflanze. Ich habe keine Beziehung zu ihr. Ich möchte, dass sie sehr schön wird, noch schöner, als sie ohnehin schon ist. Ich kann überhaupt nichts mit Babys anfangen, kann sie nicht wickeln, weiss nicht, wie ich mit ihnen umgehen soll. Das ist nicht schlimm. Ich verzeihe es mir, dass ich das nicht weiss. Ich bin noch sehr jung und ich bin aus gutem Hause. Ich möchte meine Tochter weggeben und mit ihr das Stigma, dass sie unehelich ist (in meiner Familie). Ich möchte, dass sie es besser hat. Ich habe dich nicht ausgesucht als Mutter und ich habe Angst, ob ich mich richtig entscheide“.

Adoptivmutter: „Ich nehme das Kind von Herzen. Ich nehme meine Verantwortung wahr, tue alles, dass es ihr gut geht. Und ich danke Dir, dass Du meine Sehnsucht als Mutter erfüllt hast“.

Leibliche Mutter: „Es tut mir leid, aber ich kann Deine Sehnsucht nicht erfüllen. Mir ist nur wichtig, dass Du sie von Herzen liebst, und mir ist wichtig, dass Du ihr das sagst, weil ich es nicht konnte“.

Die Übergabe des Baby findet statt.

Leibliche Mutter: „Es ist besser, das Baby an ihrem Busen zu sehen“.

Adoptivmutter: „Ich danke Dir von Herzen und sage unserer Tochter: ich liebe Dich von Herzen. Jetzt kann ich unbegrenzt lieben“.

Leibliche Mutter: „Oh. Das unser heilt etwas in mir!“

Adoptivmutter: „Danke, ich freue mich, dass ich unsere Tochter im Arm hab. Diese Sehnsucht, selbst ein Kind zu gebären ist jetzt weg. Das macht mich frei und leicht. Etwas in mir ist in Erfüllung gegangen.

Tochter: „Als die leibliche Mutter gesagt hat „unsere“ Tochter hat für sie Heilung gebracht, das hat auch etwas in mir bewegt. Es heilt wirklich etwas. Wir hatten bis jetzt einen stillen Krieg geführt. Jetzt ist Frieden geboren. Jetzt darf ich zwei Mütter haben. Die eine hat mich geboren, die andere aufgezogen. Ich fühle mich geheilt, und das heißt, ich fühle mich jetzt wertvoll. (Wird ganz übermütig und freudig) Und zwei Mütter ist jetzt besser als eine.Ich würde mir wünschen, dass jedes (Adoptiv)Kind persönlich von Mutter zu Mutter übergeben wird. Ich hatte mich wie ein Spielzeug gefühlt, um das man sich zankt. Jetzt, mit Respekt übergeben worden, bin ich etwas wert“.

Leibliche Mutter (Zur Adoptivmutter): ich würde jetzt gerne Schwester zu dir sagen. Und ich fühle mich mit dir verbunden, besonders in meinem Bauch, so als wenn ich einen Kraftstrom von meinem Unterbauch zu Deinem schicke“.

Adoptivmutter: „Danke, ich höre das. Aber ich brauche das nicht. Für mich ist es jetzt gut“.

Aufstellungsleiterin: „Jede Mutter hat ihren Wert als Mutter mit eigener Aufgabe“.

Adoptivmutter: „Ich halte das Baby jetzt noch ein bisschen und werde es jetzt anders nähren,  ohne Schuldgefühle“.

Leibliche Mutter: „Ich bin so erleichtert. Du kannst jetzt unbegrenzt lieben und ich muss nicht unbegrenzt lieben. Alles ist gut so”.

Nachinformation:

Einige Tage nach dieser Aufstellung entschloss sich Kati von allein, wieder die Schule zu besuchen - ganz ohne Druck der Adoptivmutter, die dieses Thema nach der Aufstellung komplett loslassen konnte. Die Situation zwischen Adoptivmutter und Tochter ist wesentlich entspannter. Der Adoptivvater, der nichts von der Aufstellung wusste, ist wie verändert und bringt sich aktiv in´s Familiengeschehen ein (was er vorher nicht getan und sich lieber in Arbeit gestürzt hatte). Die Adoptivmutter, die weiterhin mit dem epa-Institut in Kontakt steht, meldet, dass Kati ihr Probleme aus der Schule und Liebeskummer anvertraut und sie um Rat befragt. 


 


Katatonie

von Dr. Dorothea von Stumpfeldt

Methode: Einzelsitzung, epa Begleitung

Eva ist seit 2 Jahren wesensverändert. Sie ist nicht mehr die alte. Bis dahin war sie voller Lebenskraft und hatte vor 10 Jahren eine Firma gegründet mit jetzt 150 Angestellten! Sie hat 2 erwachsene Töchter, die sie alleine großgezogen hatte. Vor 2 Jahren hatte sie sich neu verliebt und war mit dem Mann zusammen gezogen. Der erste größere Streit hatte sie in solch einen Erschöpfungszustand gebracht, dass sie seither nicht mehr arbeits-, man könnte fast sagen lebensfähig war. Sie war seither in psychiatrische Behandlung, wurde mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen, was sie verweigerte. Sie galt als schwer erkrankt und wurde unter sehr starke Medikamente gesetzt mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen beim Chefarzt einer großen Klinik. Nichts half und ihr wurde von Seiten der Psychiater keine Heilung in Aussicht gestellt.
Sie fand schließlich Besserung durch energetische Behandlungen mit Geräten wie Oberon und bei einem Heiler. So konnte sie die Medikamente reduzieren und schließlich absetzen. Ein großer Fortschritt bereits!
Sie kam ein erstes Mal.
Den zweiten Besuch sagte sie zu Beginn der Sitzung ab. Sie könne nicht kommen. Sie läge wieder im Bett und könne sich nicht bewegen, wie das nun schon seit 2 Jahren ginge. Sie lag immer den ganzen Tag im Bett und schlief und schlief für viele Stunden am Tag und in der Nacht. Im Übrigen könne sie die Arme nicht heben und die Beine nicht bewegen. Alles sei steif und würde festgehalten ohne, dass es sichtbar war. Ja, aufstehen könne sie jetzt mit ihrer allerletzten Kraft und sie käme jetzt mit Taxi.
30 Min. später war sie da. In jämmerlichem Zustand. Sie war blass und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Sitzen war nicht möglich. Sie musste sich sofort hinlegen. Liegend spürte sie dann ihre Arme und Beine nicht mehr. Sie konnte sie auch nicht mehr bewegen, da sie wie nicht ihr gehörten.
Im Vertrauen zu mir fühlte sie sich in ihren ausweglos erscheinenden Zustand ein. Einen Zustand wie sie ihn täglich erlebte seit 2 Jahren. Der Zustand wurde jetzt immer schlimmer und schien ihr schließlich unerträglich, da sah sie sich plötzlich als kleines Mädchen. Sie war das 3 Kind. Während der Schwangerschaft hatten sich die Eltern getrennt. Der Vater kehrte dann noch zweimal in den folgenden Jahren zurück. Jedes Mal zeugte er ein weiteres Kind. So zog die Mutter 5 Kinder alleine auf.
Sie sah sich im Bett liegen voller panischer Angst, sich im Schlaf aufzulösen. Sie durfte nicht einschlafen! Sie durfte auf keinen Fall einschlafen! So musste sich die große Schwester abends an ihr Bett setzen und stundenlang aufpassen, dass sie nicht einschlief!
Jetzt setzte sich Eva, die erwachsene Eva, ans Bett der kleinen Eva. Sie dankte der großen Schwester, dass sie sie bewacht hatte und begrüßte die wundervolle kleine Eva! Dann legte sich die Große zu der Kleinen und nahm sie in den Arm: “Ab jetzt passe ich immer auf dich auf. Ab jetzt gebe ich Dir all den Schutz und die Geborgenheit nach der Du Dich sehnst. Ich passe auf, dass Dir nichts geschieht und ich passe auf, dass Du Dich nicht auflöst.” Die kleine Ewa schlief selig ein. “Ich habe solange auf Dich gewartet. Danke, dass Du gekommen bist!” Der großen Eva liefen die Tränen vor Freude und Berührtsein.
Und alle Katatonie und Steifheit waren augenblicklich verschwunden. Ihr Körper gehörte wieder zu ihr. Arme und Beine waren warm und ließen sich normal bewegen. Eva war wieder sie selbst.
Voller Lebenskraft verließ sie die Praxis.
Am selben Tag noch fuhr sie in ihre Firma, in der sie seit zwei Jahren nicht mehr arbeiten konnte und ist seither täglich dort. Alle Medikamente hat sie abgesetzt.

Meine persönliche Einschätzung:
Möglicherweise hat der Streit mit dem neuen Partner ein altes Trauma getriggert. möglicherweise das Trauma alter Streitereien der Eltern während der Schwangerschaft oder in frühen Kindheitsjahren. Möglicherweise hat es einen Abtreibungsversuch gegeben mit der lebensbedrohlichen Gefahr der Auflösung. Jetzt sorgt die Große für die Kleine, die nachreifen kann und zu der Großen werden kann, die die Große jetzt ist. Die Große ist jetzt vollständiger, da ein Teil ihres Selbst nicht mehr im Drama festhängt.

Hier benötigte es zwei Sitzungen zur Heilung! Das Wissen steckt im Menschen oder im Symptom selbst.


Existenzangst

von Gabriele Kosche-Nombamba

Methode: epa Begleitung

Ich habe Irene – so möchte ich sie hier nennen – schon einige Male begleitet.

Ausgangspunkt für die epa Begleitung ist Irenes Gefühl von Lethargie bezüglich ihrer Arbeit. Sie hat Angst, dass sich beruflich nichts weiter für sie bewegt, dass ihre Existenz gefährdet ist. Sie hat zwar Ideen für ihren eigenen beruflichen Weg, fühlt aber gleichzeitig die Unmöglichkeit sie umzusetzen. Ihre alte Arbeit möchte sie nicht wieder aufnehmen, eine neue, die sie sieht, kann sie nicht beginnen.

Meist beginnen die Einzelbegleitungen damit, dass Irene etwas wahr nimmt und ich dies aufnehme und sie in ihrer Kommunikation mit sich selbst begleite. Dieses Mal habe ich nach der Bitte um höhere Unterstützung für ihre Begleitung ein Bild, das unser Ausgangspunkt für die epa Begleitung darstellt: Ich sehe einen dicken Sonnenstrahl, der von einem heiterem Himmel auf eine Person fällt – ich weiß, es ist Irene – die auf der Erde liegt und von diesem Strahl eingehüllt wird. Für Irene ist dieses Bild stimmig.

Außerdem nehme ich wahr und sage es ihr auch, dass dies heute ihre persönliche Initiation ist – in ihr eigenes “So sein”.

Solches Wissen und Bilder werden mir in der Regel nicht gleich zu Beginn mitgeteilt. Ausgangspunkt für die Begleitungen sind meist die Wahrnehmungen derjenigen, die ich auf ihrer Reise zu sich selbst unterstütze. Vielleicht zeigen sich die Bilder dieses Mal sofort bei mir, da bei vorherigen Begleitungen schon viel Vorarbeit geleistet wurde.

Ich bitte Irene, sich in die am Boden liegende Person hinein zu fühlen und zu schauen, ob sich dies auch richtig für sie anfühlt. Es ist stimmig für sie. Sie genießt den goldenen Strahl, der jetzt auch leicht bläulich an den Rändern schimmert.

Nach einer kurzen Zeit wird sie unruhig, da sie sich dort auf dem Boden nicht lebendig fühlt. Irene nimmt die Person als Mädchen wahr, dass dort liegt, in Jungenkleider gehüllt ist und nicht weiß wer sie ist. Das äußere Kleid ist mit ihr – dem Mädchen – nicht verbunden. Dieses Mädchen ist sie selbst.

Auch die folgenden Bilder oder Impulse werden - wie in unseren Begleitungen üblich -, von ihr begrüßt, nach ihren Wünschen – was kann ich für dich tun? - oder Botschaften befragt. So hat Irene jetzt den Impuls, das Mädchen, das auf dem Boden liegt, in ihren Arm zu nehmen. Danach nimmt sie wahr, dass der Kopf mit den Jungenkleidern vom Mädchen getrennt auf dem Boden liegen geblieben ist. Der Körper des Mädchens ohne Kopf liegt in ihren Armen. Sie hält einen Torso. Mädchenkörper und Kopf mit Jungenkleider sind voneinander getrennt.

Mit Hilfe weiterer Bilder und Schritte identifiziert sie den Kopf mit den Jungenkleidern zum Vater zugehörig, als seine Wünsche, die er eigentlich in seinem Leben erreichen wollte. Sie hatte seine Wünsche übernommen und den Wunschberuf ihres Vater ergriffen. Darin war sie auch eine Zeitlang erfolgreich, jetzt aber schon länger nicht mehr. Zurzeit kommt sie beruflich für sich nicht weiter. Etwas Neues anzufangen ist ihr nicht möglich, sie ist stattdessen lethargisch.

Irene hat den Impuls ihren vergangenen beruflichen Erfolg jetzt ihrem Vater zum Geschenk zu machen, was diesen berührt und verändert. Er nimmt ihr Geschenk an und kann ihr daraufhin auch erlauben, ihren eigenen Weg (auch im Beruf) zu gehen.

Dies ist umso bedeutsamer, da in der Vergangenheit auch ein Missbrauch des Vaters gegenüber seiner Tochter stattgefunden hat. Diese traumatischen Erlebnisse wurden schon in den vorherigen Begleitungen in eine Transformation geführt und geheilt. Ihrem Vater heute ein Geschenk zu machen, nämlich ihren Erfolg in seinem Wunschberuf an ihn zu übergeben, ist schon ein großes Zeichen und ein weiterer Schritt auf dem Weg ihrer Heilung.

Das Geschenk an ihn wiederum setzt sie frei auch alles andere zum Vater Gehörende an ihn zurück zu geben – u.a. auch die Schulden, die sie durch seinen Druck (mit dem sie sich identifiziert hat) angehäuft hat. Sie muss jetzt nicht mehr seinen beruflichen Weg gehen und kann Erfolg für sich neu definieren.

Ihre Schulden reicht sie heute in Form eines leeren Eimers an den Vater. Irene nimmt Vater und Tochter jetzt allein in einem Raum wahr, was ihr früher große Angst eingejagt hätte. Der Vater füllt den ihm gereichten Eimer mit Kohlen für ein Feuer und zündet es an. Irene wird damit erwärmt und dankt ihm. Zwischen Vater und Tochter besteht jetzt eine neue Verbindung, gereinigt vom Missbrauch auf mehreren Ebenen. Sie hat jetzt keine Angst mehr vor ihm und braucht seine Wünsche nicht mehr zu ihren zu machen, sie ist frei ihren eigenen beruflichen Weg zu gehen. Ihre Existenzangst kann gehen.

Da der Missbrauch durch den Vater bisher fast alles bei ihr beherrscht hat, ist die Beziehung von Irene zur Mutter belastet, da sie sich von ihr im Stich gelassen gefühlt hat. Ihre Mutter hat sie als Mädchen gegenüber ihrem Vater nicht beschützt.

So ist das Auftauchen ihrer Mutter in Irenes Wahrnehmung jetzt eine wichtige neue Entwicklung. Die Mutter ruft sie zum Essen. In Irenes jetzigem Bild ist das kleine Mädchen erleichtert, springt an die Hand ihrer Mutter und fühlt zum ersten Mal eine Verbindung zu ihr. Erstmals in ihren Begleitungen nimmt Irene die Mutter als positiv wahr, es zeigt sich eine eigenständige Beziehung von Tochter zu Mutter.

Erst jetzt kann Irene in weiteren Schritten ihre Weiblichkeit in Besitz nehmen und füllt sie mit ihren eigenen Qualitäten. Diese braucht keine Angst mehr um ihre Existenz zu haben, ihre Existenz im eigentlichen Sinn des Wortes, da sie nicht mehr vom Vater beherrscht ist. Die Angst um sie ist transformiert. Auf ihrem neuen Weg begleitet sie jetzt ihre gesunde Angst, wie sie diese neu empfundene Angst selbst bezeichnet.

Erneut nimmt sich Irene in dem Sonnenstrahl liegend wahr, fühlt sich lebendig, steht auf und geht los.

Heute legt sich also ihre Existenz frei – ihre Existenz als Mädchen und Frau, als ihr Sosein -trennt sich von einer bisher beklemmenden Angst, die sie hindert, sich auf ihren eigenen Weg, auch bezüglich ihres Berufes zu begeben. Die beiden bisher zueinander gehörenden Teile Existenz – Angst (kann ich mich ernähren, überlebe ich? – Themen in vorherigen Begleitungen) trennen sich und entfalten ihre eigenen Qualitäten. Das kleine Mädchen hat keine Angst mehr vor dem übermächtigen Vater, sie darf eine Frau werden mit eigenen Zielen.

Sie als Frau darf leben, nach ihren eigenen Impulsen und Wünschen, erst jetzt, nachdem eine Verbindung zu ihrer Mutter  entstanden ist, eine Rückbindung an das Weibliche geglückt ist.

 Eine gesunde Angst, die wie eine Laterne ihren neuen unbekannten Weg erhellt, wird von ihr begrüßt und mit großer Erleichterung auf ihren Weg eingeladen. Diese von ihr als gesund empfundene Angst kannte sie bisher nicht. Außerdem lädt Irene, sozusagen als zweite Laterne, das Vertrauen ein.


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Gesichtslähmung, Lähmung

Von Leila Dregger

Methode: epa Aufstellung

Manfred ist geheilt. Jedenfalls von der Allergie, die ihn als Kind befallen und die gesamte Gesichtshaut in Mitleidenschaft gezogen hatte. Die Haut ist vollkommen wieder hergestellt. Nur etwas blieb zurück: ein Zucken im linken Augenlid. Zunächst fällt es gar nicht auf, aber je mehr Manfred spricht, je bewegter er innerlich ist, desto mehr macht sich seine ganze linke Gesichtshälfte selbständig. Auge, Wange, Lippe zucken unkontrolliert. Das Gesicht verzieht sich fast ständig einseitig zu einem grauenhaften Grinsen. Manfred hat eine Muskelschwäche.

Es ist schwer, sich vorzustellen, dauerhaft mit diesem Gesicht zu leben und zur Ruhe zu kommen.

Mit diesem Problem kommt Manfred zur Krankheitsaufstellung.

Für die Diagnose und die ersten Schritte der Behandlung von Krankheiten, die nicht rein somatischer Herkunft sind, benutzen Christine Schulze und Dr. Dorothea von Stumpfeldt eine Methode, die sie selbst entwickelten:
Die Krankheitsaufstellung.

Manfred ist nicht der erste, der an diesem Tag seine Krankheit “aufstellt”. Mehrmals wurden er und andere Mit-Patienten und Teilnehmer des Workshops Zeugen von bewegenden Versöhnungen, von endlich gefundenen Aussprachen und heilenden Worten.

Die Krankheitsaufstellung betrachtet eine Krankheit nicht als Einzelphänomen.
So wie jeder Mensch Teil eines Ganzen ist, so ist eine Krankheit der Ausdruck für eine Störung im Gesamtsystem, in dem er lebt: in der Familie, der Gesellschaft, im Lebensumfeld. In einer kranken Umgebung kann man nicht gesund sein.
Heilung eines Einzelphänomens bedeutet immer auch Heilung am Gesamten.

Das Aufstellungsteam sieht eine Krankheit als Botschaft und Helferkraft. Sie suchen die Lösung dort, wo das Problem entstand: im Lebensumfeld, in der Familie. Wenn hier, in der symbolischen Darsteller-Familie eine Heilkraft entsteht oder gefunden wird, dann überträgt sie sich auf die reale Familie.

Und - jede Frage, jede Krankheit kann grundsätzlich “aufgestellt” werden.

Manfred war im heutigen Ablauf der Aufstellungen schon mehrere Male Darsteller. Jetzt ist er es, der Stellvertreter sucht – für sich selbst, für seine Eltern, Großeltern und schließlich auch für seine Krankheit: das Muskel-Zucken im Gesicht.

Nachdem er die Darsteller ausgewählt und in die Mitte des Kreises geführt hat, setzt er sich auf einen Stuhl. Ab jetzt muss er nichts mehr tun, als zuzuschauen, was aus den Elementen wird, die sein Leben ausmachen, wie sie zusammen agieren, reagieren und nach einer Lösung suchen. Und das ist spannender als jeder Krimi!

“Ich habe nur Liebe für ihn”, spricht die Darstellerin seiner Großmutter und blickt starr geradeaus. “Das Kind hat keinen Grund, sich ungeliebt zu fühlen.” Zwischen ihr und der ebenso starren “Mutter” wird der Stellvertreter von Manfred blass und stumm. Genauso steif und stumm scheint alles in dieser Familie zu sein. Alles – bis das Zucken sich zu Wort meldet.

Die Darstellerin des Zuckens hält es nicht auf ihrem Platz. Sie zappelt und würde am liebsten auf und ab hüpfen wie ein Gummiball. “Mich juckt es am ganzen Leib”, sagt sie. Die Leiterin dieser Aufstellung fordert sie auf, ihrer Energie zu folgen.

“Schimpfen will ich”, sagt die Darstellerin, die selbst von ihrer Energie überrascht wird “Fluchen, ärgern, jedenfalls nicht still halten.” Zuerst etwas zögernd, aber auf Anfeuern der Anderen immer lebhafter, beschimpft sie die erstarrte Familie, kichert und krächzt wie eine alte Hexe.
“Wer bist du?” wird sie gefragt.

“Ich bin die Bosheit und die Lebendigkeit, ich bin der Lebensfunke, nicht auszulöschen. Ich bin hier, um euch aus eurer Starre aufzuwecken!”

Die Anderen sitzen wie im Theater, und während das Zucken in Manfreds Gesicht eine Persönlichkeit, einen Willen und Worte erhält, entfaltet sich die Situation, in der der kleine Manfred aufgewachsen ist: die Kälte der Großmutter, die Erstarrung der Mutter, der verstummte Vater.

Dreh- und Angelpunkt der Familie ist die Großmutter, in deren Nähe jede Lebendigkeit verblasst. Jede – bis auf das Zucken.
Die Darstellerin des Zuckens gibt nicht nach, sie greift an, sie spricht alles aus, was niemand in der Familie aussprechen konnte. Und sie sieht, was niemand anders wagt zu sehen: die dunkle Wolke, die über dem Kopf der Großmutter schwebt. Und dann, zögernd und allmählich, öffnet sich die “Großmutter” für die Wahrnehmung, dass sie vielleicht tatsächlich nicht die liebende Person ist, die sie immer vorgab zu sein.

Nicht der Enkel ist merkwürdig, wie sie ihn immer vermittelte, sie ist es selbst. Und als sie allmählich nach innen blickt, steigen in der Darstellerin innere Bilder auf, Erinnerungen aus dem Leben einer Frau, die sie nie kennen gelernt hat.

“Da war etwas, ein tiefer Schock, ein geliebter Mensch, der sich umgebracht hat. Da war ein Verlust, und den habe ich nie überwunden.”

Wie sich später herausstellt, gab es diesen Selbstmord-Fall tatsächlich in der Familie, aber keiner im Raum hatte es gewusst.

Wie kommt es, das die Darsteller diese Gefühle, von denen sie vorher nie gehört haben, so nachempfinden können?

Das gehört zu den Phänomenen, die die Krankheitsaufstellung zwar benutzt, aber nicht erklären kann.

Nicht gelebte Trauer, nicht ausgedrückter Schmerz lassen sich nicht unterdrücken. Versucht man es doch, leben sie versteckt weiter - zum Beispiel als Zucken im Gesicht des Enkels.

Ein Schock oder ein Schmerz, der nicht verarbeitet wird, lebt weiter als unausgesprochener Gedanke.

Auf Anweisung von Frau Dr. von Stumpfeldt findet die Darstellerin der Großmutter endlich, nach Jahrzehnten, Worte für ihren Schmerz. Sie gibt ihn ab in die Generation, in die er gehört, und befreit so die jetzt lebende Familie. Je mehr sie das tut, desto mehr können alle aufatmen und aus ihrer Erstarrung erwachen: Mutter, Vater und Sohn.

Und was ist mit dem Zucken? “Ich glaube, ich habe meine Aufgabe getan. Jetzt muss ich nur noch von jemandem entlassen werden”, findet die Darstellerin des Zuckens. Der Stellvertreter von Manfred ist gerne dazu bereit.

Heißt das, dass Manfred jetzt geheilt ist?

“Es braucht eine Weile, bis sich solche neuen Gedankenmuster im ganzen Körper ausbreiten”, erklärt Dr. von Stumpfeldt: “Wenn man diesem Vorgang genug Zeit gibt und ihn nicht stört, gibt es eine sehr realistische Heilungschance, wie wir es schon oft erlebt haben.”

Wir sehen Manfred vier Wochen später zu einer weiteren Aufstellung. Das grimassenhafte Zucken ist komplett verschwunden. Bei Aufregung ist nur ein leichtes Zucken des Lippenwinkels zu sehen, für die, die seine Geschichte kennen. Wenn es jetzt auftaucht begrüßt Manfred seine Lebensenergie, umarmt sie und dankt ihr. Das Zucken lächelt und verschwindet.


Migräne, Kopfschmerzen

von Christine Schulze

Methode: epa Aufstellung

Maja hat Kopfschmerzen. Seit ihrer Kindheit leidet sie darunter.

Maja nimmt an einer offenen Gruppe teil. Menschen sind hier zusammen gekommen, um eine neue Art der Heilung zu erleben. Hier wird nicht Maja als Kopfschmerzpatientin erlebt, die ihre eigenen Probleme nicht lösen kann und sich in Kopfschmerzen flüchtet. Hier werden das System und das Umfeld sichtbar gemacht und die Kopfschmerzen selbst können sich Ausdruck verleihen.

Maja wählt jemand von den Anwesenden als ihre Stellvertreterin und führt sie in die Mitte des Kreises. Eine Person als Kopf. Eine Person als ziehenden Schmerz. Eine für den Schrei, den sie dann immer hört und der sie bei ihren Kopfschmerzattacken wünschen lässt, zu sterben. Eine für den Großvater, der im Krieg geblieben ist und eine für die Großmutter.
Alle 6 Personen werden von Maja zueinander positioniert. Dann setzt sich Maja in die Runde und ist nur noch Zuschauerin. Zuschauerin ihres eigenen Lebensdramas, das sich vor ihren Augen beginnt abzulaufen.
Der Kopf hält es nicht mehr aus. Er will weg. Er kennt den Schmerz und den Schrei. Beide gehören zur Großmutter, aber sie erkennt sie nicht. Sie hat mit beiden nichts zu tun. Die Großmutter ist völlig in sich gekehrt und stiert teilnahmslos zu Boden.
Alle schauen schließlich auf die Großmutter. Alle sind wie sie erstarrt. Es gibt keine Bewegung mehr. Der Kopf sagt, er sei tot. Nur der Schmerz und der Schrei könnten ihn wieder zum Leben erwecken. Auch der Großvater ist starr. Die Großmutter. Sie scheint der Schlüssel zu sein. Sie starrt weiter zu Boden. Immer auf denselben Fleck. Der Großvater beginnt zu sprechen. Die Großmutter ist nicht erreichbar. Sie stiert. Eine neue Person kommt ins Feld und legt sich auf den Boden an die Stelle, die die Großmutter im Blick hat. “Großmutter, ich spüre, dass Du mich siehst. Das tut mir gut. Du hattest mich verlassen und vergessen und warst dennoch immer an mich gebunden. Jetzt spüre ich Deinen warmen Blick. Großmutter, ich bin die Heimat. Ich bin die Heimaterde.”

Die Starre ist gelöst. Alle Personen bewegen sich jetzt. Der Großvater tritt an die Seite der Großmutter und nimmt symbolisch etwas von dieser Erde und legt sie in die Hände der Großmutter. Diese bricht in Tränen aus und beginnt zu schluchzen.

All ihre Sehnsucht geht in diesem Moment in Erfüllung.

Dann tritt der Großvater zu Maja: “Maja, ich überreiche Dir einen Teil unserer Erde als Erbe. Bewahre es und gib einen Teil an Deine Kinder weiter. Du bist nun wieder mit der Heimat Deiner Vorfahren verbunden. Dort wo diese Erde ist, ist Heimat für Dich. Nun ist Heimat überall, denn Du trägst die Erde der Heimat in Dir.”

Großvater zur Großmutter; “Ich bin auch bei Dir. Ich wollte Dich nicht so früh verlassen. Vergib mir. Ich habe dich immer geliebt. Ich danke Dir für die Kinder und Kindeskinder, die Du mir gabst.”

“Maja, ich möchte auch Dich segnen. Ich freue mich, dass Du meine Enkelin bist.”

Der Kopf steht jetzt dicht bei Maja und strahlt.

Die Schmerzen und der Schrei haben sich inzwischen zurückgezogen und in die Runde gesetzt.

“Wir werden jetzt nicht mehr gebraucht. Wir dienten zur Erinnerung. Maja kann jetzt für sich selbst stehen. Die Großmutter hat ihren eigenen Schmerz gelöst und Maja hat dadurch ihre Identität wiedererlangt.”

Anmerkung:
1945 war die Großmutter bei -18 Grad Celsius aus Ostpreußen geflohen mit Zurücklassen aller ihr bis dahin bekannten Welten in eine ungewisse Zukunft. Auch ihren geliebten Mann hatte sie nie wieder gesehen. Der Großvater war als Soldat vermisst.

Die Tragödie der Großmutter hatte die Enkelin weiter getragen.


2

Depression, Schwäche, Erschöpfung, Burn Out

von Christine Schulze

Methode: epa Aufstellung

Evelyn ist 50 Jahre alt und berentet.
Sie wurde so schwach, dass sie nur noch mit Mühe ihren Alltag für sich selbst leben konnte. Verschiedene Psychotherapien hatten sie zwar wieder lebensfähig gemacht, doch die Schwäche blieb.

Evelyn hatte ein “Loch” in der Erde rechts neben sich, dass ihr all ihre Energie abzog. Schöpfte sie irgendwann einmal Kraft, das “Loch” nahm alles auf. Die Schwäche war ihr Leben.

Zusätzlich hatte sie im Nacken einen “Metallstiefel” sitzen, der sie niederdrückte. Hob sie einmal den Kopf, der “Stiefel” drückte sie wieder herunter.

Von diesen beiden Phänomenen wurde sie nun schon Jahre begleitet. Sie selbst sah auch keine Chance, dass sich das je ändern könnte, zumal ihr immer der Satz ihrer Therapeutin gegenwärtig war: “Damit musst du leben, denn du hast den Missbrauch auf allen Ebenen. Das ist eine chronische psychische Wunde, die nicht heilt. Du kannst dir noch so viel Energie zuführen, das ist etwa so als wenn du mit einer Kiepe Wasser holst”.

Evelyn stellt auf: ihre Stellvertreterin, die Schwäche, die Depression, den Stiefel, das Loch und die Lebensfreude. Der Stiefel drückt fest und unerbittlich. Mit ihm geht die Aufstellungsleiterin in Kontakt. Sie begrüßt und spricht ihn voller Achtung über seine Kraft und Unerbittlichkeit an. Der Stiefel lockert den Druck und lächelt: “Es ist meine Aufgabe”. Anerkennung wird ihm gegeben, dass er seine Aufgabe so kraftvoll ausgeführt hat.

Der Stiefel wird weicher und entdeckt selbst, dass er mit Evelyn nichts zu tun hat. Er hatte die Aufgabe zu drücken. So drückte er. Evelyn war da zufällig. Sie war aber gar nicht gemeint. Der Stiefel sehnt sich nach Freiheit und Erlösung von seiner Aufgabe. Die wird ihm gerne gewährt. Der Stiefel ist jetzt frei und verabschiedet sich.

Anmerkung:
Nun gilt die Aufmerksamkeit dem Energieloch. Dieses hat die Aufgabe, alle Energie in sich hinein zu saugen. Wir beginnen, dem Loch durch uns hindurch Energie zu geben. Es beginnt sich zu füllen - von innen heraus, wird kleiner und kleiner. Auch möchte es unsere Liebe und Anerkennung. Gerne. Schließlich schließt sich das Loch und ist mit sich und seiner Existenz in Frieden.
Evelyn strahlt. So gut hat sie sich noch nie gefühlt, - und seither sind Schwäche und Depression nie wieder aufgetreten. Erst durch die Wahrnehmung und die Anerkennung des eisernen Stiefels, kann er wiederum zu sich selbst zurückkehren, seine Bedürfnisse sehen und in seine Freiheit gehen - transformiert werden. Evelyn hat inzwischen zu verschiedenen Themen ihres Lebens mehrfach aufgestellt und macht inzwischen weiter große Entwicklungsschritte. Es gibt natürlich immer weitere Themen, denen wir uns widmen sollten, aber ihre erste Aufstellung ist inzwischen ein Jahr her. Sie trägt sich mit dem Gedanken, jetzt eventuell ins Arbeitsleben zurückzukehren.

Anmerkung (D.v.St.):
Als ich zum ersten Male diesen Bericht schrieb, versagten die Batterien des Laptops ohne Warnung plötzlich. Das Energieloch, über das ich schrieb, war plötzlich auf meinem Bildschirm. D.h., alles Geschriebene war weg. Als Menschen nennen wir dies Zufall.

Was ist mir zugefallen?                “Das Energieloch grüßt schmunzelnd.”


Tinnitus

von Dr. Dorothea von Stumpfeldt

Methode: epa Aufstellung

Tinnitus trifft die Betroffenen meist völlig unerwartet.

Durch plötzlich einsetzendes und nicht zu stoppendes schrilles Pfeifen, Tönen, Knirschen, Kreischen, Schreien, Glockengeläut u.ä. werden die Menschen befallen. Mit einem Schlag werden sie aus ihrem bisherigen Leben heraus gerissen und können scheinbar nicht mehr zurück.

Mit ihrer Ruhe ist es vorbei.
Was sie sich oft gewünscht haben, dass sich etwas ändern möge in ihrem Leben, das ist jetzt eingetreten.

Es ist so massiv und einschneidend (schneidende Töne) und so schrill, dass es nicht zu ertragen ist. Für viele Menschen beginnt eine Zeit der Panik, des Leides und der Suche nach Hilfe. Für manche endet die Tinnituserkrankung auch im Tod, wenn sie selbst ihrem Leben ein Ende setzen aus Verzweiflung.

Was bedeuten die Ohrgeräusche, was passiert mit mir und wie hört es auf?

Meist ist der Zustand nur vorübergehend. Es sind zunächst eine Reihe medizinischer Untersuchungen und Behandlungen erforderlich durch HNO-Ärzte, Internisten etc.

Aber bei manchen Menschen hört der Tinnitus nicht auf und wird chronisch. Ergänzend zu allen anderen Therapien raten wir auch zu Krankheits- und Familienaufstellungen, um mehr von der Erkrankung und ihren Hintergründen zu verstehen sowie eventuell bestehende Blockierungen zu lösen.

Elsa hört rechts in der Ferne ein nicht endendes Glockengeläut und links ein schrilles und schneidendes Pfeifen.

Sie ist Lehrerin, immer korrekt, und litt seit Monaten an Überforderung. Fand Ruhe in der Meditation und da plötzlich setzte das Geräusch massiv ein.

Vater und Mutter starben an Krebs. Der Vater als sie 6 Jahre alt war und die Mutter als sie 14 war. Elsa hatte sie bis zuletzt zuhause gepflegt.

Elsa stellt auf.

Die Stellvertreterin in die Mitte. Sie weint. Rechts das Glockengeläut, das sofort beginnt rhythmisch sich zu wiegen. Links den schrillen Ton. Drei Schritte vor ihr links die verstorbene Mutter, fünf Schritte vor ihr rechts den verstorbenen Vater. Hinter ihr die Verzweiflung und die Ohnmacht. Beide mit den Rücken zur Stellvertreterin.

Bereits während die einzelnen Anteile noch zueinander positioniert werden, weinen Mutter und Tochter schluchzend. Besonders der Mutter laufen Tränen in Strömen, während sie auf ihre Tochter blickt.

(Hier sind beide nur Stellvertreterinnen. Beide Frauen haben sich vorher in der Realität nicht gekannt. Jetzt verkörpern sie die verstorbene Mutter und die lebende Tochter. Beide Frauen sind in der Realität tief berührt, das so etwas möglich ist.).

Es sind Tränen der tiefen Liebe und Trauer. Der Vater ist unbeteiligt. Er hat mit beiden scheinbar nichts zu tun.

Mutter und Tochter begegnen sich und bedauern, sich so früh getrennt zu haben, versichern sich ihrer tiefen Liebe und entdecken, dass sie zusammen gehören und zusammen sind, wenn auch nicht körperlich.

Frieden kehrt auf beiden Seiten ein.

Das Glockengeläut wird unterdessen intensiver. Es schwingt unruhig und stark hin und her. Seine Aufgabe ist es, auf den Vater aufmerksam zu machen, Vater und Tochter zusammenzubringen, den Vater ins Leben zu holen. Er ist so früh gestorben und jetzt unbeteiligt, wie er meint.

Der Vater wird von der Tochter gesehen, begrüßt und durch ihre Liebe, Achtung, Anerkennung und Dankbarkeit wieder ins Leben zurückgeholt.

Da erst begreift er, dass auch ihm Leid und Verzweiflung innewohnen. Erst, wenn er seine eigene Trauer wahrnimmt, kann er ins Leben zurückkehren.

Er hatte sich selbst vergessen. Er musste sich erst einmal wieder seiner erinnern und spüren, dass auch er ein Wesen mit Gefühlen ist und seine Trauer selber tragen kann. Jetzt kehren Freude und Lebendigkeit in ihn ein. Er kann sich jetzt Frau und Tochter langsam zuwenden. Die Glocken läuten Freude und Gemeinsamkeit aller drei ein. Das schrille Pfeifen ist verstummt. Es muss nicht mehr aufmerksam machen, dass Kraft und Liebe noch nicht vorbei sind.

Ohnmacht und Verzweiflung haben sich jetzt zu Vertrauen und Lebensfreude gewandelt und stärken jetzt den Rücken der Stellvertreterin.

Mutter und Vater können sich jetzt auch begegnen. Sie stellen sich gemeinsam der Tochter gegenüber und bedanken sich für ihre Liebe im Leben und die Heilung, die für sie jetzt eintritt. Die Tochter muss nun nicht mehr als Vermittlerin verzweifelt versuchen, den Kontakt zwischen beiden aufrecht zu erhalten, sondern darf ihr eigenes Leben leben mit beiden Eltern, die liebevoll und unterstützend auf sie schauen und sich freuen, dass sie ihr Leben lebt.

Danke Tinnitus.


1

Autismus, Schulprobleme

von Dr. Dorothea von Stumpfeldt

Methode: Einzelsitzung, epa stellvertretende Begleitung

Eltern kommen zu mir, da ein 10 jähriges Mädchen, das älteste von drei Geschwistern, schwierig ist, fast autistisch erscheint. Sie ist in sich gekehrt und voller Vorwürfe ständig über alles und jedes. Mehrere Kindergarten- und Schulwechsel haben inzwischen schon stattgefunden, da sie sich nicht eingliedern konnte. Das Mädchen hat eine normale Intelligenz bei hochbegabten Eltern.

Als ich beginne, mich hinein zu fühlen, werde ich gebeugt, versteinere wie in einer Betonplatte ähnlich, alles ist grau und grässlich. Meine Haut und Muskeln ziehen sich zusammen, besonders im Kopf und Stirnbereich treten Verkrampfungen auf und es geht mir elendig schlecht.

Ich könnte erbrechen, kann aber nicht. Alles ist furchtbar. Meine Stimmung ist grauenhaft. Alles ist mir ekelig und ich bin sozusagen böse. Ich bin böse auf alles und jeden. Jeder, der mich anspricht kriegt eine rausgekotzte Antwort.
Ich lebe in einem Haus, in einem Raum und jeder, der hereinkommt wird rausgeschmissen. Es kommt ja niemand mehr rein. Nur meine Mutter. Wenn die kommt, beuge ich mich über und um meine Halbseligkeiten und schimpfe sie an. Sie scheint mich noch zu versorgen. Bringt sie Essen, dann: hättest es ja hierher stellen können! Hättest es ja früher bringen können, es ist das falsche, es ist verdorben und so weiter, und so weiter… .

Ich bin nur sehr schwer zu ertragen für andere. Eigentlich gar nicht zu ertragen… .
Ich bin wesensverändert und kann es nicht ändern. Es ist einfach so über mich gekommen, Keiner weiß Bescheid und keiner kann es ändern.

Es ist ein Drama und das ganze Drama lähmt die Familie… .
Ich gehe zu dem Mädchen und mir wird gezeigt, es liegt am Stachel. Das Mädchen hat oder hatte einmal, einen Stachel im Fuß. Während ich das Mädchen darauf anspreche, kann ich (ich als Mädchen) mich aufrichten! Ich bin plötzlich freier, muss mich nicht mehr verkrampft beugen. Die Verkrampfung ist weg. Welch ein Segen !

Die Geschichte, die nun zu Tage tritt:
Das Mädchen lebte vor vielen Jahrhunderten. Ihr Vater legte Tierfallen im Wald aus. Sie waren mit vergifteten Stacheln von Pflanzen versehen. damit die Tiere verendeten und sich nicht mehr durch zu großen Kampf frei machen konnten aus den Fallen. Das Mädchen hatte Mitleid mit den Tieren und ging in den Wald, um die Fallen zu zerstören. Dabei trat sie barfüßig in einen vergifteten Dorn. Sie wusste davon nichts, zog nur den Dorn heraus und hatte Verbotenes getan. So berichtete sie niemandem davon. Nun trat die Vergiftung ein.

Es wusste niemand davon und keiner kannte ein Gegengift…
Das Mädchen veränderte sein Wesen und es gab keine Heilung. Alles wurde grau um sie und sie wurde böse… .
Mit diesem Mädchen hatte nun unser heutiges Mädchen Kontakt.

Unser Mädchen war im Zustand des damaligen Mädchens. Der Stachel wurde noch einmal entfernt, die Wunde geheilt, das Gift zurück in die Pflanzen geschickt, aus denen es von Menschen hergestellt worden war. Denn die Pflanzen als solche sind nicht böse oder zur Tötung von Tieren gemacht. Menschen hatten das Gift zusammengestellt.

Das Gift löste sich auf. Das Kind wurde ob des guten Vorsatzes gelobt, ist nun frei und konnte gehen. Das heutige Mädchen verneigte sich vor den Pflanzen und dankte für die Erfahrung. Alles Grau, alle Verkrampfung, alles Übel ist aufgelöst.


Allergien, Schizophrenie

von Dr. Dorothea von Stumpfeldt

Methode: epa Aufstellung

Als ich begann über die Schizophrenie zu schreiben, ging ich noch davon aus, dass alles und jedes was ein Mensch mindestens innerlich erlebt, zu ihm gehört. Es sind seine Anteile und sie müssen integriert werden. Nun, wenn ich vom Menschen spreche, dann meine ich seine Realität und sein Erleben hier auf der Welt.

Ich hatte bis dahin schon oft Kontakt mit Elementen, die nicht zu den Menschen direkt zu gehören schienen, aber alle Welt erzählte und schrieb, alle Teile seien Teile des Selbst.

Nun, die Zeit ist weiter fortgeschritten und heute sehe ich klar, dass es viele Elemente gibt, die nicht zu dem Menschen gehören, der sie erlebt.
Es gehört zu seinem Erleben, klar. Aber oft genug behindert dieses Etwas das Leben des Menschen. Natürlich, er ist um Erfahrung hinterher reicher, aber, da er den Dingen und Elementen unterliegt und nicht in der Freiheit ist, zwischen den Welten zu wandeln, wie ich die Freiheit habe, sollte es nicht so streng gesehen werden, dass sich der Mensch mit den quälenden Dingen herumplagt und nicht frei kommt.

Es gibt viele Elemente, die in der Luft liegen und die nicht zu uns, zu mir oder zum Klienten gehören.

In Familienaufstellungen wird es deutlich. Da sehen wir, dass wir Teile weiterleben, die unsere Mutter oder Vater oder weitere Vorfahren, die in weiter zurück liegender Zeit gelebt hatten, nicht fortführen konnten, z.B. weil sie verstarben und nun wir, im Jahre 2008, weiterleben, vermeintlich frei und ganz selbst bestimmt.

Dem ist nicht so.

Wir sind nicht frei und selbst bestimmt, solange wir Elemente unserer Vorfahren leben. Hier muss natürlich Selbstbestimmung erst definiert werden, denn auf einer anderen Ebene habe ich sicher zugestimmt, dieses zu leben. Jetzt ist aber der aufregende Zeitpunkt gekommen, mich von der “Fremdbestimmung” durch die Vorfahren zu lösen. Z.B. sie haben nicht getrauert oder haben getrauert und halten weiter an ihrer Trauer fest. Damit können sie nicht ins Leben und die weiteren Kinder nach ihnen auch nicht.
Diese ganze Gruppe von Müttern, Kindern und Kindeskindern verharren in der Trauer um den Tod eines längst verstorbenen Kindes.

In alten Büchern (Bibel) heißt es: bis ins 5. Glied, bis ins 7. Glied… .

Nun gibt es aber noch mehr: Wir können zu jeder Zeit mit jedem je gedachten Gedanken und mit jeder hier in der Welt und in anderen Welten existierender Energie in Kontakt kommen, ungewollt und unbewusst. Und vermeintlich ohne Sinn, zumindest nicht in aller Freiheit!
So kommt es, dass plötzlich, ohne dass ein Anlass oder ein Grund da zu sein scheint, Menschen plötzlich verändert sind. Mit einem Male tritt im Leben eines sonst normalen Menschen etwas Unnormales ein oder auf. Plötzlich sieht, hört oder fühlt oder weiß ein Mensch etwas, das er vorher vielleicht nie kannte. Es ist da und geht nicht weg. So sehr er sich müht und so viele Medikamente er nimmt.

Er bekommt Angst und wird möglicherweise dieses Fremde nie wieder los. Nun können Menschen wie wir mit dieser Ebene, die sich hier neu aufgetan hat, in Kontakt treten und sie lösen und heilen, wie oben beschrieben.

Hier sehen Sie einmal ein Beispiel, wie Menschen mit Ebenen in Berührung kommen, die nicht ihre sind.

Für eine Frau leitete ich eine Aufstellung:

Zu ihrer Geschichte: 59 Jahre alt, alleine lebend, kinderlos, Sekretärin. Vor 10 Jahren hatte die Störung begonnen. Seit 5 Jahren ist sie berentet wegen einer PolyChemischenHypersensitivität (PCS):

Sie ist gegen unzählige chemische Stoffe hoch empfindlich. Schon der leise Geruch eines Parfüms löst schwere körperliche Schmerzen bei ihr aus. Die falsche Wandfarbe eines Raumes mit chemischen Zusätzen lässt sie den Raum fliehen, wegen körperlicher Schmerzen, Benommenheit, plötzlich einsetzender völliger Kraftlosigkeit. Sie kann nur in ihrer Wohnung leben, geht kaum raus, kann nicht öffentliche Verkehrsmittel benutzen, kein Restaurant, Kino, Reisen per Bahn, Bus, Flugzeug.

Sie hat sich seit ihrer Erkrankung immer mehr zurückgezogen, hat keine Freunde mehr, da sie Einladungen nicht wahrnehmen kann. Ihr Leben ist auf ein Minimum eingeschränkt.

In der Aufstellung legt sich gleich zu Beginn ein Todesschleier aus Giftgas ( wurde im ersten Weltkrieg verwendet ) über alle Teilnehmer. Sie gehen zu Boden und es tritt Totenstille ein. Im Laufe der Aufstellung kann das Gas zurückgehen und sich in seine ursprünglichen Bestandteile auflösen. Alle Teilnehmer kommen ins Leben zurück und die Aufstellung endet lebensfroh.

In der folgenden Zeit beginnt diese Frau nach und nach unter Menschen zu gehen, ihr Wirkradius wird größer und heute, 4 Monate später sagt sie: Meine Krankheit hat ganz plötzlich begonnen. So plötzlich, wie sie begonnen hat, hat sie nun geendet… . Es ist nichts mehr davon da.

Und sie erzählt: Das Büro, in dem sie arbeitete, war renoviert worden. Sie betrat es und spürte eine wabernde Energie, sie selbst spricht von Giftgas, auf dem Boden bis in Kniehöhe. Sie watete in Gas, das niemand sah und roch. Eine Firma wurde beauftragt, und nahm verschiedene Messungen vor. Es konnte nichts gefunden werden und im weiteren Verlauf, die Überempfindlichkeit hatte weiter zugenommen, wurde sie berentet. Überall, wo sie schließlich hinkam spürte sie chemische Stoffe als Nervengift, das niemand sah, roch, spürte.

Davon hatten wir nichts gewusst als wir die Aufstellung machten. In ihrer persönlichen Familiengeschichte gibt es keinen Anhaltspunkt für Giftgas o.ä. Auch ist niemand im Krieg damit wissentlich in Berührung gekommen… .

Hier hat sich etwas in ihr gezeigt und ihr gelebt, das nicht zu ihr unmittelbar gehört. Aber auch dieses Giftgas und die dadurch verstorbenen Menschen etc. wollten noch einmal gesehen werden und geachtet werden. Auch das Gas als solches war nicht schlecht. Das Gas ist, wie es ist und es ist aus so genannten unschuldigen Elementen; Elementen, die in dieser Welt vorhanden sind und zu geschaffen wurden. Während der Aufstellung haben sich diese Elemente in ihre Bestandteile zurück gewandelt und die Erde hat sie wieder aufgenommen. ..Und die Patientin ist wieder frei.
Solch eine Überempfindlichkeit gehört zwar nicht in den Formenkreis der Schizophrenie, doch wird hier etwas deutlich. Fremde Energien können sich durch uns ausdrücken… und das geschieht bei einigen Phänomenen, die zur Schizophrenie zugehörig zählen.

Immer wieder drücken sich auch andere Energieformen durch uns aus. So kann es sein, dass irgendwelche Elemente auf uns sitzen, die sich durch uns ausdrücken wollen. So kann ein Element, das Schabernack mit uns treibt, auf uns sitzen. Es drückt sich als ein Element aus, das hier auf der Welt ist und einmal hier durch einen Menschen lebt und ein anderes Mal durch einen anderen. Es kann sein, dass es ein Element mit viel Wut ist. Dann kann sein, dass wir dauernd wütend sind und nicht wissen warum und denken, es ist ja einfach unsere Natur. Wie sollen wir auch dieses differenzieren? Wir kennen doch nur unsere eigene Wut. Woher soll ich denn wissen, dass diese Wut nicht meine ist? Ich spüre sie doch über meine Wut, über meine Erfahrung mit Wut.

Gebe ich nun der Wut (imaginär, nicht in der wirklichen Realität) Raum, so kann sie sich ausdrücken und sagen, was sie will, braucht und wie sie selbst in Frieden kommt. Kommt diese Wut in Frieden, dann hat der Mensch auch Frieden… . Und so gibt es unzählige verschiedene Elemente. Es gibt mehr Elemente, als ich mir in meinem Tagesbewusstsein je denken kann. Sie können sich zeigen, wenn ich diesen größeren Raum betrete, wie vorne beschrieben und geschehen lasse, was geschehen möchte… .